Die Reformation bedeutet den Geist innerer Freiheit für den Christenmenschen. Freiheit setzt Bildung voraus.
(Heike Schmoll 31. 10. 09 in FAZ )
Von der Gewaltenteilung zur Moral, zum Glauben (DE 3.1)
Die zum Ende des 17. Jahrhunderts beginnende Zeit der Aufklärung wird von vielen als Gegensatz zur Religion angesehen. Der Staat beruht durch die Aufklärung beispielsweise auf einem ursprünglichen Gesellschaftsvertrag mit den Menschenrechten auf Leben, Freiheit, Eigentum und Streben nach Glück (Rousseau). Die Gewaltenteilung findet sich darin und die Beendigung der damals noch kirchlichen Vormundschaft.
In Wirklichkeit gründen diese angeblich neuen Ideen auf dem Fundament des Christentums. Sie wurden von kirchlichen Führern nur durch Machtstreben verringert, ähnlich heutigen Richtungen im Islam. Der oft auf Unkenntnis naturwissenschaftlicher und technischer Arbeit gründende Glaube an die alles erklärende und Gott ersetzende Wissenschaft wurde zur Grundlage von Fehlkalkulationen ungeahnten Ausmaßes, insbesondere bei totalitären Regimen. Denken wir nur an Hitlers Rassenlehre, die Umsetzung der Lehren von Karl Marx oder auch an die heutige Nachhaltigkeitskrise (siehe auch http://www.nachhaltiges-handeln.de/ und www.nachhaltige-ökonomie.de ), die allerdings schon der meistens falsch zitierte Keynes voraus sah (siehe auch "Deutsche Zukunft": Keynes sah die Probleme kommen).
Grundlage eines Rechtsverständnisses ist das Gewissen. Wer sich vor seinem Gewissen und dem christlichen Gott verantworten muss, wird wahrscheinlich ein größeres Rechtsempfinden haben, als derjenige, der sich nur vor seinem Gewissen verantwortet. Bei fehlendem Gewissen ist dann die Verantwortungslosigkeit gegeben, aber auch bei einem Gott, der Regeln, wie "Du sollst nicht töten!" in das Gegenteil verkehrt.
Zur Gottesfrage würde vielleicht ein Satz des großen Philosophen und Religionsgeschichtlers (HA 19. 12. 05 zu Holger Dohmen) Hans Küng hilfreich sein. Küng sagte: „Man verliert in jedem Fall nichts, wenn man an Gott glaubt. Man kann aber alles gewinnen.“
Als der Dalai Lama Mitte 2007 viele Deutsche begeisterte, zeugte dies auch von der Sehnsucht, die Moral wieder in den Vordergrund des Denkens und Handelns zu stellen. Die tibetische Morallehre, die der christlichen durchaus ähnelt, zeigt über die tibetische Medizin auch den Einfluss des Verhaltens auf die Gesundheit: Die drei Ebenen des wichtigen emotionalen und sozialen Fehlverhaltens heißen (Simone Kunz in FOCUS 33/2006): 1. Beim Körper: Töten, Stehlen, Ehebruch. 2. Bei der Rede: Lügen, sinnloses Geschwätz, verletzende und entzweiende Rede und 3. beim Geist: Gier (wie Habsucht und Neid), Hass (wie Aggressivität, Ärger, Wut und der Wunsch, anderen zu schaden), Verblendung (so der Ich-Wahn oder logisch falsche Ansichten, wie beispielsweise, dass es bei Handlungen kein Gesetz von Ursache und Wirkung gibt).
Die Ebenen 2. und 3. – nämlich Lügen und verletzende Reden sowie Neid und der Wunsch, anderen zu schaden – sind und waren in Wahlkämpfen besonders wichtig.
Die Gedankenwelt der Unwahrheit und der menschlichen Überheblichkeit bestimmen leider die Handlungsweise vieler Menschen, davon natürlich auch einiger Politiker und besonders das Handeln der Ideologiediktatoren, wie beispielsweise früher Hitler, Stalin oder Mao. Wahrscheinlich ein Hauptgrund für die Einengung des tibetischen Glaubens durch die Peking-Regierung.
Anders das sich politisch zurückhaltende protestantische Christentum. Im SPIEGEL-Titel Nr. 52/2009 wurden in China allein 60 Millionen Protestanten genannt.
„Wenn die Freiheit Zukunft haben soll“ nannte das Hamburger Abendblatt (10./11. 9. 05) eine Stellungnahme des früheren EKD-Ratsvorsitzenden und evangelischen Bischofs Huber zum Thema Werte. Er schrieb unter anderem: „ Vom Staatssozialismus wissen wir, dass er nicht lebensfähig war.“… „Von der Marktfreiheit gilt das auch, wenn man sie als Naturgesetz aller Gesellschaftsbereiche missversteht….Bildung oder Familie, Kultur oder Kirchen würden vergewaltigt, wenn man sie den Gesetzen des freien Marktes unterwerfen wollte.“ Huber schrieb sodann, dass eine Freiheit, die sich auch aus dem christlichen Glauben speist, ebenfalls die Frage der Gerechtigkeit berührt.
Der Philosoph und Naturwissenschaftler Immanuel Kant schrieb von der regulierenden (regulativen) Idee der Freiheit, die in der praktischen Vernunft zu einem sittlichen Grundgesetz wird. Es ist der meistens bekannte „Kategorische Imperativ“: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“
Dies gilt allgemein immer, wurde und wird jedoch oft in Frage gestellt. Angeregt durch die französische Revolution war für Kant die Trennung von gesetzgebender und ausführender Staatsgewalt Grundlage von Freiheit.
Der sich selbst so nennende Positivismus (1937-39) meinte dagegen, man könne moralische Werte, wie beispielsweise Gerechtigkeit, durch – wie sie meinten – positive Tatsachen, wie herrschendes Recht, ersetzen.
Der Philosoph Popper sah das Ergebnis dieser falschen Denkrichtung voraus. Obwohl früher Sozialist, wurde er bald Marx-Gegner. Seine Erfahrungen mit Bürokraten führten schon vor dem Sozialismus und Faschismus zur Einsicht: „Die zunehmende Macht der Staatsmaschine ist die größte Gefahr für die persönliche Freiheit - und dies sollte bekämpft werden.“
Gerade die frühere Aufhebung der Gewaltenteilung durch das faschistische Hitlerreich und die sozialistische DDR sollten uns Deutschen als Warnung vor dem Abgrund in Erinnerung bleiben. Es wurde bewiesen, dass damit Toleranz, Moral und Freiheit vernichtet werden. Intoleranz wird Handlungsgrundlage.
„Es kann keine Toleranz für Intoleranz geben“ (Der frühere Bischof Huber am 24. 2.06 HA zu Holger Dohmen).
Den Gegensatz zur Gewissenlosigkeit und zu fehlender Moral finden wir beispielsweise als sittliches Grundgesetz in den 10 (christlichen) Geboten wieder, die ähnlich schon in der tibetanischen Medizin erwähnt wurden. Vieles davon finden wir aber auch im Strafgesetzbuch (StGB) jedes freiheitlichen Kulturstaates wieder.
Warum die 10 Gebote? Weil ihre Einbeziehung in das Leben positive Werte setzt, die Mut machen, das Leben ehrlich zu meistern. Wahrhaftigkeit, Nächstenliebe, Maßhalten und Mut sind wichtige christliche Werte. Überall in der Welt setzen christliche Schwestern, Orden und andere christliche Institutionen diese Werte in die Tat um. 14 Katholische Helfer aus Südkorea wurden im islamischen Afghanistan 2007 von den Taliban gefangen gehalten. Wenn die Techniker Krankenkasse Mitte 2007 die besten Krankenhäuser Deutschlands auflistet, finden wir darunter eine übergroße Anzahl christlicher Krankenhäuser (www.tk-online.de ). Ob Krankenhäuser, Kindergärten, Altenheime oder Brot für die Welt. Schon im Mittelalter lehrten Mönche Lesen, Schreiben und Rechnen, und zwar für männliche und weibliche Personen. Christliche Arbeit in Nächstenliebe und die Gleichberechtigung von Mann und Frau sind Grundlage dieser Kultur, unseres heutigen Wohlstandes und unserer Freiheit. Dazu gehören ganz besonders die Zusammenarbeit mit anderen und das Verstehen des anderen. Dann unterbleibt auch der Streit mit dem Nachbarn, am Arbeitsplatz und in der Ehe.
„Der Mut zur Wahrheit, der Sinn für Gerechtigkeit und die Fähigkeit zum Versöhnen, das ist das Dreigestirn des Glaubens“, nannte der heutige Papst Benedikt VI noch als Kardinal Ratzinger drei Grundlagen friedlichen, christlichen Zusammenlebens. Christlicher Glaube und friedliches Zusammenlebens. Beides gehört zusammen und ist eine wichtige Grundlage unserer Werteordnung. Darum beginnt auch die Präambel der Deutschen Verfassung mit Gott.
Darin heißt es: Im Bewusstsein vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, seine staatliche und nationale Einheit zu wahren und als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat das Deutsche Volk (in den Ländern - es folgen die Bundesländer) ...dieses Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beschlossen....Die Präambel endete mit dem Satz: Das gesamte Deutsche Volk bleibt aufgefordert, in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden.
Dies ist geschehen. Diese Freiheit sollte gegen neues Machtstreben verteidigt werden und darf nicht wieder faschistischer, sozialistischer oder auch anderer Unfreiheit weichen. Dies begann in Deutschland demokratisch und endete in der Unfreiheit einer Diktatur. Und immer wurde die christliche Religion weitgehend durch angeblich Besseres ersetzt, das dann versagte und im Untergang endete.
Falsche "Kreuzzüge" gegen das Christentum (DE 3.2)
Bei Ihrem neuen „Kreuzzug“ gegen den Glauben an Gott - und besonders gegen das Christentum - verfallen Atheisten, wie der Evolutionsbiologe Richard Dawkins aus Oxford und der Philosoph Michel Onfray, fast genau in die Denkmuster, die sie oft bei christlichen Kreuzzügen entdeckten: Sie als Anführer leben finanziell sicher und sagen statt Gott: „Die Wissenschaft ist unser Gott“, - wie es der Oxford Professor Horrobin schon 1973 (Econ) beschrieb. Horrobin zeigte in „Science is God“ den Missbrauch einer sich laufend ändernden Wissenschaft zur Bestätigung eigener Interessen auf. Diesen Gott wollen sie nun anderen aufzwingen und benutzen dazu ihre lehrende Stellung als Professor, Veröffentlichungen und – genau wie die Islamisten – das Internet (Richard Dawkins: Der Gotteswahn, bei Ullstein).
Am Anfang und Schluss ihrer Kreuzzugsargumente gegen den Glauben stehen bei den Atheisten dann immer wieder die Kreuzzüge der Christen vom 11. – 13. Jahrhundert. Dabei ging es im engeren Sinne um die Rückeroberung des heiligen Landes Palästina, um vom Islam besetztes Land und allerdings auch um die Macht. Es hat sich seit damals wenig geändert. Ein Beweis gegen das ausschließlich Gute im christlichen Glauben ist das nicht. Ursache vom Krieg ist immer ein Machtanspruch, die Wirkung sind Tote – und da heißt es im Christentum ohne irgendwelche Einschränkung: „Du sollst nicht töten!“.
Weitere Kritikpunkte richten sich meistens gegen die bildlichen Darstellungen des Alten Testaments. Dawkins Schlussfolgerungen verwundern besonders, wenn er sich beispielsweise auf das 5. Buch Mose als eine angebliche Religionsgrundlage des Christentums bezieht. Fast immer ist das ALTE TESTAMENT, also das ALTE VERMÄCHTNIS oder die alte Überlieferung, Grundlage seiner Kritik. Eine mindestens 3.000 Jahre alte Überlieferung, die wirklich nur im übertragenen Sinne berichten kann und gleichzeitig Grundlage des Islam und des Judentums ist. Kein Mensch wird beispielsweise glauben, dass die Frau aus des Mannes Rippe entstanden ist, sonst würde ja eine Rippe beim Mann fehlen, sondern sicher nur, dass die Frau zum Manne gehört und umgekehrt. Michael Köhlmeier überträgt deshalb „das Alte Testament, die grandioseste Geschichtensammlung der Weltliteratur“ einfühlsam und spannend in die heutige Zeit (Michael Kohlmeier: Geschichten von der Bibel, bei Piper).
Wie Dawkins, der schon mit über einer Million verkaufter Bücher viel Geld verdiente, denkt auch Onfray an ein gutes Leben, an sich, einen Gesellschaftsvertrag – an alles was christliche Moral ablehnt. Er zitiert Sartres späte Ablehnung des Kommunismus falsch und immer wieder Friedrich Nietzsche, der meinte und lehrte, dass alles, was zum Sammelbegriff des Moralischen gehört, zur „Vermittelmäßigung“ führen würde. Der Mensch solle sich stattdessen rückhaltlos zur Macht bekennen, um ein bedeutendes Leben führen zu können. Gott existiert dabei nicht, und die Nächstenliebe auch nicht – auf die gerade er im Alter besonders angewiesen war – Gott, den auch er suchte – und nicht fand.
Volker Gerhardt lehrt Praktische Philosophie in Berlin. Er dachte neu (in WamS Nr. 38 /07) über Nietzsches Schrift „Die fröhliche Wissenschaft“ nach und zitiert Nietsche mit: „Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß“ – es ist unter der Hand der Gottesmörder „verblutet“. Ein lebendiger Gott also ist, nach Nietzsche, der Garant für den Sinn des menschlichen Lebens. Es ist nicht zu erkennen, was ihn ersetzen könnte.
Entsprechend dem erwähnten Michel Onfray, glaubt auch Dawkins immer Antworten in der sich laufend ändernden „Wissenschaft“ zu finden. Während Dawkins in seiner Wissenschaft dabei gerade so weit gekommen ist, „das egoistische Gen“ in der Evolutionstheorie zu erkennen und zu verbreiten, verändert der Anthropologe Jeffrey H. Schwarz viele Ansichten der gesamten Evolutionstheorie (Journal Biological Theory, in Die Neue Epoche Nr. 28/07 von Kat Pieper) und lässt dadurch an Dawkins Forschungen berechtigte Zweifel aufkommen. Dawkins hinterfragt eben meistens nicht die zugrunde liegenden Prämissen, wie es Schwarz und jeder forschende Wissenschaftler für selbstverständlich erachten müsste.
Verwunderlich ist nur, dass Dawkins viele Ideen als Wissenschaft und Religionsgegensatz bezeichnet, die der Logik von Ursache und Wirkung widersprechen: Er findet überall Gene, wie beispielsweise "kulturelle Gene", wie Sprachen, Sitten, Bräuche, die er dann "Meme" nennt. Wer ein Menschenfresserbaby aus dem Urwald in den USA aufzieht, müsste dann Angst haben, selbst aufgegessen zu werden - und Obama hat doch tatsächlich die Sprache, die Sitten und Bräuche eines Amerikaners. Wenn Dawkins gleich als Antwort auf die Frage nach dem Erfolg des Mem als Gottesglauben das Versprechen der Unsterblichkeit nennt, dann versteht er zumindest wenig vom Christentum und will es wohl auch nicht.
Darwins Idee – und Dawkins Weitergabe – Lebewesen würden sich mittels selektiver, schrittweiser und konstanter Mutationen anpassen, läuft nach Schwarz „gegen die Grundlagen der Zellbiologie“. Schwarz, von der Universität Pittsburgh, beschreibt viele Anhaltspunkte und Beweise: So finden wir bei Fossilfunden starke Veränderungen von einer Spezies zur angeblich nächsten (die z. Zt. mit „missing links“ erklärt werden, die man aber noch nicht fand). Evolutionsschübe spielen sich eher explosionsartig ab, beispielsweise als Reaktion auf extreme Umwelteinflüsse. Am meisten wundert den Professor, dass vor ihm keiner die gelehrte Evolutionstheorie in Frage gestellt hat. Er sagt dazu Selbstverständliches, das aber vielen nicht selbstverständlich ist: „Das Wichtigste ist, dass wir die uns zugrunde liegenden Prämissen immer hinterfragen…“ (siehe auch www.evolutionsschwindel.com/stm ).
Wenn Dawkins weiter meint, dass Atheismus die bessere Alternative zu religiöser Gewalt sei, dann beweisen die Zahlen, dass dies nicht nur falsch ist. Sie beweisen stattdessen, dass zumindest die christliche Religion, die er ja fast ausschließlich und meistens unsachlich bekämpft, die bessere Alternative zu atheistischer Gewalt ist. Und diese atheistische Gewalt gab und gibt es genug. Denken wir nur an die fast 130 Millionen Toten, die unter den Atheisten Stalin und Mao im Namen des Sozialismus umgebracht wurden, und gedenken wir sodann der 55 Millionen Kriegstoten des zweiten Weltkrieges unter dem Atheisten Hitler und der zusätzlichen KZ-Toten. 20 Millionen entfielen durch den von ihm entfachten Krieg allein auf die UDSSR unter Stalin.
Dass in asiatischen Ländern leider rund 100 Millionen Christen (lt. Jochen Buchsteiner in FAS 24. 1. 10) von meistens islamischer Gewalt verfolgt werden, wird durch Atheisten, wie Dawkins, eher noch gefördert. Wer sich den Reihen der Christenverfolger mit Worten anschließt, reiht sich zumindest in deren Reihen ein. Auch die Judenverfolgung begann in Deutschland mit Worten gegen die "Reichen", begann mit "Mein Kampf". Doch der Kampf für das 1000-jährige Reich endete schon nach 12 Jahren mit Millionen Toten. Wie später aufgezeigt wird, gibt sich derjenige, der die christliche Kultur aufgibt, eines Tages auch selbst auf. Wie bei Schillers Räubern raubt er sich zuletzt selbst den Frieden.
Auch der sich selbst als links bezeichnende Journalist Christopher Hitchens entdeckte in "Der Herr ist kein Hirte - wie Religion die Welt vergiftet" (Blessing-Verlag) eine gute Einkommensquelle. Genau wie die anderen Religionskritiker empfiehlt auch er "eine kräftige Dosis Naturwissenschaft", von der er selbst scheinbar wenig versteht. Auch er weiß nichts davon, wie linke Gewaltherrschaft die Welt vergiftete und vergiftet, wie Nordkorea alle mit der Atombombe bedroht und Christen beseitigt. Und eine spätere Bedrohung durch China ist noch lange nicht ausgeschlossen. Und auch er denkt bei der Religion zuerst an das die Nächstenliebe predigende Christentum. Weniger an den Islam, weil er dort sein Buch sowieso nicht verkaufen kann, auch nicht daran, dass Israel durch den von islamischen Geistlichen indirekt gelenkten Iran bedroht ist. Und auch die USA mussten durch den Islamistenanschlag auf die New Yorker Hochhäuser vom 11. September eine islamistische Bedrohung erkennen. Doch diese Bedrohungen beruhen gerade auf einer Naturwissenschaft, die Flugzeuge und Atombomben zur Grundlage hat. Sie beruhen sodann auch auf Machtstreben. Nur auf christlicher Nächstenliebe beruhen sie nicht. Und die ist eben Grundlage des NEUEN TESTAMENTS.
Noch viel schlimmer ist aber, dass Sozialisten und Faschisten mit ihren Morden selten vor Frauen und Kindern halt machten. Denken wir dabei einmal an den Schießbefehl bei unserer innerdeutschen Grenze. Denken wir aber vor allem immer wieder an den Holocaust Hitlerdeutschlands, den Saul Friedländer im Gedenken an seine in Auschwitz verlorenen Eltern dokumentierte. Er erhielt für sein Werk am 14. 10. 07 in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Auch davon schreiben die Atheismusverbreiter nichts und erwecken damit den Anschein, die sozialistischen und faschistischen Religionsgegner geistig zu unterstützen.
Das ist ein Hauptunterschied zwischen dem Christentum und einigen anderen Religionen der Erde: Moralisches Handeln in helfender Nächstenliebe, ohne Gewalt, ohne Rache - in der Familie, in der Ehe, in der Firma und in der Gemeinschaft – den Mitmenschen auffangen, weil nur dies gemeinsames Überleben – gerade in der Zukunft – ermöglichen kann. Das sagt das NEUE TESTAMENT immer wieder aus.
Der Kirchenkritiker Eugen Drewermann hält, im Gegensatz zu den Atheisten, die Botschaft des Menschenfreundes aus Nazareth für die richtige Antwort auf die Schwierigkeiten des Lebens (Eugen Drewermann: Wenn die Sterne Götter wären, bei Herder 2004). Diese Schwierigkeiten werden bei fast jedem Menschen oft so groß, dass zuerst noch die Hoffnung und dann vielleicht nur noch ein Wunder, wie in der Bibel, helfen kann – und zuletzt nur noch der Trost Gottes – wenn man an ihn glaubt.
Ein Glaube, der in einer undurchsichtigen und oft feindlichen Welt Halt und Trost gibt, ist schon mathematisch dem Nichts oder den Drogen vorzuziehen. Das Nichts macht nach neuesten Erkenntnissen schon 30 % der Kinder depressiv (DF 30. 10. 07). Drogen oder Medikamente unterdrücken, machen lebensunfähig und helfen wenig. Immer mehr Eltern erkennen dies und melden ihre Kinder in einer christlichen Schule an (siehe dort). Alle Wunder des NEUEN TESTAMENTS beschreiben dagegen Hilfe in fast auswegloser Situation. „Gott ist Liebe, und wer in Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“, heißt es im 1. Johannes 4.16. Nicht Angst, wie es Dawkins fälschlich behauptet, sondern Liebe und Hoffnung durch den Glauben ist Grundlage des Christentums.
In Deutschland wurde der Glaube zusätzlich durch den atheistischen Nationalsozialismus und den Sozialismus diskreditiert. Beides wird, man kann es nicht oft genug wiederholen, immer noch von vielen, im Gegensatz zum Glauben, für wissenschaftlich gehalten, obwohl der Untergang beider Ismen deren Unwissenschaftlichkeit ausreichend bewiesen haben sollte. Schon rein statistisch leiden die Ostbürger noch heute darunter. Während z. B. in Mecklenburg unter 20 % noch in der evangelischen Kirche sind, sind es in den nordwestlichen Bundesländern (außer Bremen) noch fast 60 %. Vielleicht kommen oder kamen deshalb im Osten 57 % der Kinder unehelich zur Welt und im Westen nur 25 %. In Teilen Mecklenburg-Vorpommerns sind es sogar 70 % und in Bayern nur 15% (Bild 23. 10. 09 aus Leipzig).
Der Sozologieprofessor Ulrich Beck berichtete (in DER TAGESSPIEGEL 20. 7. 08) Sven Hillenkamp, dass er lange dachte, die Religion würde aussterben. Als dann ein verwestlicher Muslim zum Selbstmordattentäter wurde, merkte er, obwohl atheistisch von den Eltern erzogen, dass er trotzdem christlich geprägt war, selbst noch in seinem "Nicht-Glauben". "Vom Abdanken der Religion in der Moderne kann keine Rede sein." Den Bau von Moscheen statt Kirchen hält er im Stadbild für "eine große Toleranzzumutung". Eine Toleranzzumutung, die in falschem Verständnis sogar noch von christlichen Kirchen unterstützt wird. Sie vergessen, dass sich der Islam ab dem 700. Jahrundert nach Christi fast ausschließlich auf vorher christlichem Gebiet ausbreitete - und dies so fortführen möchte. (Siehe auch bei "Einigkeit + Kultur": Christentum oder Anpassung an den Islam?
Viele Negativ- und Falschergebnisse (denken wir nur an Hitlers Rassenlehre oder Marx) der Wissenschaft zeigen immer wieder menschliche Grenzen auf, die oft von Atheisten ignoriert werden. Qing Yuan und Steffen Munter berichteten (EPD Nr. 28/07) über ein Negativ-Ergebnis der (alten) Evolutionstheorie: Sie unterminiert die menschliche Moral. Nur derjenige, der andere besiegt, kommt in der Evolution ihrer Ansicht nach weiter. Das Streben nach Macht und der Kampf um deren Erhalt bricht meistens die Moral, wir erlebten und erleben es heute noch in China und ganz besonders im Iran, – und zwar im Gegensatz zur menschlichen Genspeicherung.
Von der Bibel zur Bildung (DE 3.3)
Am 31. 10. 09 beschrieb Frau Dr. h. c. Heike Schmoll „das kulturgeschichtliche Ereignis der Reformation“ in der FAZ, „das in seiner Bedeutung für die Geschichte der Individualisierung meist unterbewertet wird. Es ist für moderne Menschen schlechterdings nicht mehr vorstellbar, was es für den Einzelnen hieß, nicht mehr priesterlichen oder kirchlichen Weisungen unterworfen zu sein. Den Menschen direkt Gott gegenüberzustellen war ein geradezu revolutionärer Akt Luthers.“
Mit dem „Verzicht auf kirchliche Vermittlung…beginnt neuzeitliche Individualisierung mit all ihren Möglichkeiten, aber auch Gefährdungen, die in jeder Gewissensentscheidung des gläubigen Einzelnen liegen.
Luthers Befreiungsakt liegt die Einsicht zugrunde, dass Kirche und Theologie prinzipiell irren können. Das ist die Geburtsstunde der Theologie als Wissenschaft. Es ist aber auch der Anfang einer freien Wissenschaft überhaupt.“
Der Geburtsort dieser Geburtsstunde lag in Wittenberg an der Elbe. Dort gründete Friedrich der Weise 1502 die erste landesfürstliche Universität Deutschlands. Bereits bei deren Eröffnung hatte die knapp 2500 Einwohner zählende Stadt 416 Studenten. Daraufhin entwickelte sich Wittenberg zu einem wichtigen Druck- und Verlagsort. 1503-08 waren es 3 Druckereien, die sich bis zum 16. Jahrh. auf 30 erhöhten.
Dorthin kam „Frater Martinus Lüder“ als unbekannter Mönch und zog in das dortige Augustinerkloster ein. Aus den Reihen der Mönche besetzte Friedrich der Weise seine Lehrerstellen der Universität, so Martin Luther 1508 als Lehrer für Moralphilosophie. Nachdem er zuvor zum Priester geweiht wurde, promovierte er 1512 in der Schlosskirche und predigte ab 1514 in der Wittenberger Stadtkirche.
1518 wurde der erst 21-jährige Magister Philipp Melanchthon Professor in Wittenberg. In seiner Antrittsvorlesung „über die Notwendigkeit der Verbesserung des Universitätsunterrichts“ verkündete er Bildungsziel und Bildungsprogramm des Humanismus, womit er seinen Ruf als „Praeceptor Germaniae“ (Lehrer Deutschlands) begründete (Wittenberg, www.schmidt-buch-verlag.de ).
Am 24. 4. 1547 wurde in der Wittenberger Stadtkirche der große Flügelaltar von Lucas Cranach d. Ä. in den Dienst der Gemeinde gestellt. Er nimmt unter den Cranach-Altären eine Sonderstellung ein und wird zu Recht auch der Reformationsaltar genannt. Die 4 Bildtafeln auf der Vorderseite widerspiegeln den 7. Artikel der von Melanchthon verfassten ‚confessio augustina’, die als Bekenntnis der Protestanten beim Reichstag in Augsburg 1530 vorgelegt wurde: „Es wird gelehrt, dass alle Zeit eine heilige, christliche Kirche sein und bleiben, die die Versammlung der Gläubigen ist, bei denen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden. Denn das genügt zur waren Einheit der christlichen Kirche, dass das Evangelium einträchtig im reinen Verständnis gepredigt und die göttlichen Sakramente (wie Taufe, Abendmahl) dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden.“ (aus www.edition-akanthus.de Nr. 431/Albrecht Steinwachs.)
Damals soll Luther seine 95 Thesen an das „Schwarze Brett“ der Universität an der Schlosskirchentür zu Wittenberg angeschlagen haben, bewiesen ist dies jedoch nicht. Dagegen steht fest, dass er seine Thesen an den Bischof von Brandenburg und Erzbischof von Magdeburg zwecks Diskussion sandte, Abschriften gingen nach Leipzig, Nürnberg und Basel und „liefen“, nach Luther, in 14 Tagen durch ganz Deutschland.
Luther forderte in Streitschriften die Säkularisierung des Kirchenbesitzes, verbrannte die päpstliche Bannandrohungsbulle, musste sich aber nach Rechtfertigung in Worms auf die Wartburg flüchten, wo er in nur 10 Wochen das NEUE TESTAMENT, vermutlich aus der griechisch-lateinischen Fassung, übersetzte. Das im Frühjahr 1522 gefertigte Manuskript erschien bereits im September in einer Startauflage von 3.000 Exemplaren. Das 1530 von Melanchthon verfasste Augsburger Bekenntnis zielte auf die Erneuerung der alten Kirche und nicht auf die Errichtung einer neuen. 1534 erschien dann Luthers Werk „Die ganze Heilige Schrift“ (Wittenberg, www.schmidt-buch-verlag.de ).
Das Thüringisch-Obersächsische zeigte damals eine solche Entfaltungskraft, dass mit dem geistigen Einfluss Erfurts „die Reformation, bes. in den Schriften LUTHERS, diese Sprachform nutzen konnte. Auf diesen Grundlagen entstand die neuhochdt. Schriftsprache. Seit diese Form in allen dt. Landen aufgenommen ist…hat sie Wert und Geltung einer Weltsprache erreicht“ (Brockhaus Enz.).
„Die Reformation bedeutet den Geist innerer Freiheit für den Christenmenschen. Freiheit setzt Bildung voraus“, zitiert die diesen Bericht einleitende Heike Schmoll den Jenaer Pädagogen Wilhelm Rhein. Und weiter „habe der Geist der Reformation ‚die Demokratisierung der Bildung eingeleitet’, die bis heute gilt…. Dies gab „den Anstoß zur Bildung der Massen. Lesen lernen, um beim Verständnis der Bibel nicht mehr allein von kirchlicher Deutung abhängig zu sein, war der Grundgedanke….Luther war nicht umsonst der meistgelesene Autor des 16. Jahrhunderts.“ – Und der Stadtführer Wittenberg ergänzt u. a.: „Seine Bibelübersetzung war die Grundlage für die Übertragungen ins Französische (1530), Englische (1538), Ungarische (1541), Finnische (1548).
Luthers 95 Thesen opponierten vor allem gegen den Ablasshandel, der aber vielleicht zur Baukostenfinanzierung der Petersbasilika in Rom notwendig war. Allein deshalb konnte sich die Katholische Kirche Luthers Ideen damals nicht zuwenden. Trotzdem brachte die Reformation mit der Bibelübersetzung auch allen Katholiken den Zugang zur "Freiheit eines Christenmenschen" - aber auch damit, anders als z. T. im Islam, zur Verantwortung eines Christenmenschen. Die von Dr. Frerichs (in HA 6. 1. 10) zitierte Aussage des katholischen Erzbischofs Thiessen zur Diskussion um den Ruf des Muezzins (HA 2./3. 1. 10) unterstreicht dies: "Nicht die Gläubigkeit der Muslime ist das Problem, sondern die Gleichgültigkeit der Christen gegenüber den seit Luther erkämpften Werten." (Siehe hierzu auch: www.nachhaltige-volkswirtschaft.de Wachstumsgrenzen, darin die Gegenüberstellung Christentum-Islam.)
Nur moralisches Handeln kann uns retten (DE 3.4)
Christlich zu sein, heißt vor allem moralisch und mit Nächstenliebe zu handeln. Das Gegenteil schließt bisher meistens nur den Untergang ein. Die gelehrte selektive Evolutionstheorie erweitert oder ändert sich durch die Forschungsergebnisse der Psychoanalyse: Die Psychoanalyse ist sich heute weitgehend darin einig, dass die Moral und der Gerechtigkeitssinn angeboren sind. Beides wird nur oft aberzogen.
Im Elternhaus kann dies geschehen, in Schule und Beruf, durch falsche angebliche Wissenschaft, durch „Mein Kampf“ oder „die Kulturrevolution“. Führer, die durch eine bewusst oder unbewusst falsche oder fehlerhafte Wissenschaft (wie Untermenschen, Un- oder Falschgläubige und so fort), die dann oft auch in staatlichen oder Glaubensschulen gelehrt wird, Moral und Gerechtigkeitssinn aberziehen.
Fehlende Gewaltenteilung mit fehlender Rechtsstaatlichkeit, ohne freie Meinungsäußerung und Religionsausübung im Sinne westlicher Demokratien, gehören weiter dazu. Der schon erwähnte frühere Bischoff Huber zitierte Alexis de Tocqueville (in der Spiegel 18/2006) mit: „Der Despotismus kommt ohne Glaube aus, die Freiheit nicht.“
Weil sich Moral und Nächstenliebe in den Genen durchgesetzt haben, beweist dies, dass beides zum Überleben beiträgt. Eine soziale und moralische Gemeinschaft mit praktizierter Nächstenliebe, wie wir sie beispielsweise in der christlichen Religion finden, kann darum eine Gesellschaft ohne Moral und Nächstenliebe überleben.
Oder, wie DER SPIEGEL (Nr. 31/07) über die Forscher Marc Hauser („Moral Minds“ Ecco) und andere berichtet: „Überall auf dem Erdenrund wohnt Menschen offenbar das gleiche Gespür für Fairness, Verantwortung und Dankbarkeit inne…“ Wer die Falschdeutungen der schriftstellernden Atheisten überprüfen will, findet umfangreiche Textsammlungen unter www.bibelwissenschaft.de , Nachrichten im Magazin Spektrum (www.idea.de) – und natürlich in der Bibel. Im Fernsehen unter www.bibel.tv .
Nicht umsonst haben sich die deutschen Nobelpreisträger Gerhard Ertl (Chemie) und Peter Grünberg (Physik) zum Glauben an Gott bekannt. „Das Leben ist ein gewaltiges Wunder, wir nähern uns wissenschaftlichen Erklärungen an, aber eine Frage bleibt doch immer bestehen: Warum das alles? Hier glaube ich an Gott“, sagte Ertl dem Magazin Cicero (11/07). – Auch Grünberg antwortete im Cicero auf die Frage, ob er als Naturwissenschaftler an Gott glaube: „Ja. Natürlich.“ Er sei streng katholisch aufgewachsen. Dazu verwies Ertl auch auf den Inhalt seiner Forschungsarbeit.
Viele Menschen sahen und sehen die (nicht immer soziale) Marktwirtschaft oft zu Recht als nicht moralisch an. Sie waren und sind auch deshalb für kommunistisches oder sozialistisches Gedankengut offen. Wegen des nicht Funktionierens des Sozialismus kehrten oft aus dem Westen in die DDR übergesiedelte hochgradig moralische Kommunisten enttäuscht nach Westdeutschland zurück. Viele DDR-Bürger versuchten gerade auch ohne die von den Nationalsozialisten und Sozialisten negierte Kirche moralisch zu handeln. Vielleicht auch ein Grund, weshalb man in Berlin mit dem Ethik- statt Religionsunterricht alle, auch die vielen Berlin-Moslems, in die Moralvorstellungen des Abendlandes einführen wollte (siehe auch www.ethisches-verhalten.de ). Leider kann dies nicht gelingen, weil die Moralvorstellungen des Abendlandes auf dem christlichen Glauben beruhen. Der Unterschied zeigt allein schon "Wachstumsgrenzen" bei der Integration auf. Allein schon die Nichtbeachtung dieser christlichen Glaubensgrundlagen musste zum Untergang des Nationalsozialismus und Sozialismus führen. Moralisches oder auch ethisches Verhalten wird besonders an der Asylaufnahme des frühere Staatsratsvorsitzenden Honecker durch die evangelische Kirche deutlich, weil es dort (im Vaterunser) heißt: "Wir vergeben unseren Schuldigern". Unter www.ethisches-verhalten.de wird dies bei "Ethik oder Moral" beschrieben.
Gerade in Ostdeutschland waren viele Bürger über die häufig geringe Moral der West-Unternehmensberater erstaunt, die - ähnlich vieler Bankberater - zuerst Gewinn und Abschlüsse im Sinn hatten. Viele Kleinunternehmer, die den Sozialismus überstanden hatten, wurden durch Westberater dadurch in den Ruin getrieben. Eine Denkweise, die oft auch Ostbürger an der Marktwirtschaft zweifeln ließ und lässt. Die Finanzkrise zeigte, dass fehlende Moral immer ins Verderben führt. Dies gilt weit mehr noch für die Zukunft, die eine "Nachhaltige Ökonomie" einschließlich ethischem Verhalten aller benötigt. Siehe auch www.nachhaltige-volkswirtschaft.de .
Der positive christliche Glaube hilft (DE 3.5)
Vielen Moralvorstellungen und Religionen fehlt eine wichtige Ergänzung: Ein positiver Glaube an einen Gott des Friedens und der Nächstenliebe. Ein solcher Gott wurde den Christen durch den Religionsgründer Jesus von Nazareth geschenkt. Jesus Christus, dessen Wirken im "NEUEN TESTAMENT“ beschrieben wird.
Der Inhalt des NEUEN TESTAMENTS war damals, und ist es teilweise auch heute noch, völlig neu: Es beschrieb die Gleichheit aller, Männer wie Frauen - und ließ den gütigen Gott auferstehen, der in größter Not, auch durch Wunder, immer wieder hilft und zusätzlich den oder die Christen helfen lässt.
Vor allem durch diese damals - und auch heute immer wieder – neue Botschaft verbreitete sich das Christentum im damaligen Römischen Reich unglaublich schnell, obwohl die Christen verfolgt wurden. Nicht reiner Egoismus („Das egoistische Gen“ von Dawkins), sondern die Ethik der Christen war die frohe Botschaft. Sie machte in einer Welt ohne soziale Absicherung so froh, dass alle Christen fortan die Geburt ihres Religionsgründers jedes Jahr erneut feierten, immer wieder, seit rund 2000 Jahren, denn ihnen war der Heiland geboren – das positive Denken in seiner schönsten Form.
Dieses positive Denken ist auch Grundlage unserer abendländischen Kultur, die diese Botschaft weltweit verbreitete. Selbst im noch als Einparteienstaat regierten China ist Beethoven fast bekannter als bei uns. Und wenn es dann in seiner 9. Sinfonie heißt, dass alle Menschen Brüder werden, ist die Begeisterung dort und überall in der Welt, auch im Iran, wo die Menschen im angeblichen Namen des Islam besonders am 27. 12. 09 niedergeknüppelt wurden, groß. Oder wenn das Deutsche Requiem von Johannes Brahms erklingt, oder in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratoriums der Chor jubelnd einsetzt: „Jauchzet, frohlocket! Auf preiset die Tage! Rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!"
Anfang November 2007 diskutierten in Hamburg 900 Teilnehmer über Wissenschaft und Glauben. Dabei betonte der Erziehungswissenschaftler Uni-Professor Wolfram Weiße, dass dem Thema Religion wieder verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werde, „wie allein der Blick in das Vorlesungsverzeichnis der Uni Hamburg zeigt. Und eine Studie ergab, dass sich Jugendliche, unabhängig von ihrer sozialen Zugehörigkeit, religiöse Fragen stellen, wie die nach dem Sinn des Lebens, nach dem des Todes oder nach Transzendenz“.
Der Arzt für Psychotherapeutische Medizin, Dr. Guido Peltzner, beklagte auf dem Kongress, dass das Beten leider immer noch ein Tabu-Thema sei, über das man nicht einfach sprechen könne und er hoffe, dass der Kongress einen Beitrag dazu leisten könne, dieses Tabu zu durchbrechen.
Eröffnet wurde die Vortragsreihe durch den Quantenphysiker und Träger des Alternativen Nobelpreises Professor Hans-Peter Dürr mit den wichtigen Sätzen: „Die moderne Physik hat im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts zu dem erstaunlichen Ergebnis geführt, dass es hinter dieser bisher von uns angenommenen Realität eine umfassendere und für uns nicht direkt begreifbare, immaterielle Wirklichkeit gibt.“ Diese revolutionäre Erkenntnis mache Wissenschaft nicht ungültig, fordere aber zur Bescheidenheit auf. (Angela Grosse in HA 1. 11. 079). Ein großer Kongress, der Hoffnung macht und einmal jährlich stattfindet www.gebetskongress.de
Das Beten hat also eine positive Wirkung, ist fast psychotherapeutische Medizin. Eltern, Religionslehrer, christliche Erzieher/innen, Priester und Pastor/inn/en sind deshalb gut beraten, wenn sie selbst beten, es weiter vermitteln und damit sich selbst und ihrem Umfeld die innere Orientierung erleichtern. Das Beten ist vielleicht auch deshalb noch ein Tabu-Thema, weil die nahe Vergangenheit auf atheistischen Ideen von Hitler, Marx, Stalin und Mao aufbaute – mit der zusätzlichen Ergänzung, dass die Wissenschaft Gott ersetzen würde.
Die Menschen wussten damals und auch heute oft nicht, wie der Nachbar dachte. Doch der Nachbar ist religiöser als bislang oft angenommen: Nach einer umfangreichen Studie der Bertelsmann-Stiftung (in WamS 16. 12. 07) ist Religion für 70 Prozent der deutschen Bevölkerung über 18 bedeutsam. 20 Prozent sind tiefreligiös und besuchten regelmäßig Gottesdienste, beteten häufig und beschäftigten sich intensiv mit religiösen Fragen.
Sicher ist es moralischer die Jugend an Gott und das NEUE TESTAMENT heranzuführen, als an die Lehren der alten Massenmörder Hitler, Stalin, Mao etc. - Der neue TV-Kanal „bibel.TV“ hat sich diese Aufgabe gestellt und sendet ganztägig über christliche Liebe und spannendes christliches Leben (www.bibeltv.de und www.trutv.de ). Die Autorin Joyce Meyer lässt die Zuhörer in ihrem Vortrag „das Leben genießen“ www.joyce-meyer.de) an diesem Leben teilhaben. Es steht im Gegensatz zur atheistischen Busreklame (an einigen Linien in GB) : "Glaube nicht, lebe!" (1/09). Eine Reklame, die gleichzeitig auch Ursachen der heutigen Weltwirtschaftskrise unterstreicht: Lebe - ohne Moral und Verantwortung für die Zukunft. Gerade in England war, ähnlich wie in den USA, die Verschuldung zur Norm geworden. Vielleicht auch als Mitergebnis der Dawkins-Bestseller-Ego-Gedankenwelt. Den Bad-Bankern ist höchstens der Vorwurf zu machen, es beim Luftgewinnstreben nicht gemerkt zu haben. Sie verstanden nichts von den falsch finanzierten Firmen, Schiffen und Immobilien (siehe auch www.nachhaltige-volkswirtschaft.de )
Wer sich mit religiösen Fragen beschäftigt, bemerkt sehr bald, dass fast allein das Christentum die moralischen Grundlagen unseres Grundgesetzes, unseres Strafgesetzbuches und des friedlichen Zusammenlebens der Menschen liefert: „Jesus verbreitete revolutionäre Lehren und predigte Liebe als Gebot. Nach ihm waren alle Menschen gleich, der König ebenso wie Bettler und Sklaven“ (Franco Terhart, Janina Schulze in Weltreligionen, Parragon Verlag). Der christliche Glaube ist nicht nur eine Religion des Friedens und der Nächstenliebe, er gibt auch Orientierung das Leben in Höhen und Tiefen bis zum Tode zu meistern.
Viele Menschen meinen, oft nach Ablehnung früherer Glaubenszwänge durch Kirche und Elternhaus, "Religion ja - Kirche nein". Die Bildungssenatorin Christa Goetsch (GAL-Hamburg) sagte dazu anlässlich einer Vortragsveranstaltung in der Hamburger Hauptkirche St. Katharinen Anfang Juli 2008, dass christliche Werte, wie die Achtung vor dem Leben, die Bewahrung der Schöpfung und der Respekt vor den Mitmenschen, immer Leitlinien ihres Handelns gewesen seien. Sie wandte sich als Jugendliche von der Institution Kirche ab, würde aber heute im Gedenken an ihre Mutter in Kirchen eine Kerze anzünden (nik in HA 8. 7. 08).
Kirchen, Kindergärten, Altenheime, Friedhöfe und "Brot für die Welt" - Leben und Sterben mit Bewahrung der Schöpfung - können aber oft nur von der christlichen Institution Kirche unterhalten werden. (Siehe dazu auch www.ethisches-verhalten.de Ethik und Moral).
Über die Ausbildung zur Bildung (DE 3.6)
Der Professor und SPD-MdB Dr. Lauterbach erblickte 2007 überall in Deutschland „die Zweiklassengesellschaft“ („Die Zweiklassengesellschaft“ 10/07). Besonders die Schul- und Hochschulausbildung war seiner Ansicht nach ein Privileg der Oberklassengesellschaft, zu der er insbesondere Beamte zählte. Im Gespräch mit Christoph Keese (WamS Nr. 29/07) erläuterte er, warum Eltern, die ihren Kindern eine gute Ausbildung wünschen, bewusst andere Kinder ausgrenzen, um Konkurrenten fernzuhalten: „Nehmen Sie als Beispiel Beamtenkinder. Ihre Eltern sind privilegiert, die Kinder bekommen Zugang zum Gymnasium heute fast unabhängig von der Begabung. Ohne Zweifel sind viele Beamtenkinder begabt. Aber längst nicht so viele, wie mehr oder weniger automatisch Gymnasium und Studium erreichen. Arbeiterkinder schaffen das bei gleicher Begabung nicht. Warum nicht? Wenn Arbeiterkinder ihre Talente voll entwickeln könnten, gäbe es mehr Konkurrenz für Beamtenkinder.“ Verwunderlich war bei diesen Äußerungen zunächst nur die fehlende Zurückweisung des Beamtenbundes.
Viele Politik-Kollegen Lauterbachs empfehlen ebenfalls vor jeder Wahl einen Abbau der angeprangerten angeblichen „Zweiklassengesellschaft“ durch den Unterricht in einer Gesamtschule bis zur 10. Klasse. So auch bei der Hessen-Wahl am 20. 1. 08 (oder der NRW-Wahl 2010). Und genau wie hier schicken die fordernden Politiker ihre Kinder dann oft selbst auf das Gymnasium. Vielleicht meint Herr Lauterbach besonders diese Beispiele. Die anderen Kinder müssen dann auf die Gesamtschule, Kinder reicher Beamter der höheren Laufbahn können ja auch auf ein Privat-Gymnasium gehen.
Würde der Staat die Kinder den ganzen Tag betreuen, könnte dies vielleicht einige Probleme regeln. Dies wird von vielen Frauen gerade deshalb begrüßt, weil sie ja arbeiten müssen, um die immer höheren Abgaben, auch für die Ganztagsbetreuung, aufbringen zu können. Jede/r Erzieher/in weiß aber, dass Kinder im ersten Jahre besonders die Mutter benötigen. Darum muss auch in einigen Bundesländern die Mutter unterschreiben, dass sie jederzeit telefonisch zu ihrem Kind gerufen werden kann. Sehr wichtig ist bei Kindern vor allem, das moralische und geistige Werte so vermittelt werden, dass sich vermehrt positive neuronale Verbindungen im Gehirn ausbilden können - wie bei Familie Gates, die ihre Kinder nur höchstens rund 2 Stunden täglich an die neuen Medien lässt.
Kinder von Arbeitslosen sitzen dagegen besonders lange vor dem Fernsehen. Im November 2007 wies der Züricher Hirnforscher Prof. Lutz Jäncke darauf hin: Je länger Kinder und Jugendliche fernsehen, desto schlechtere Schulabschlüsse machen sie. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sie TV-süchtig werden (in Bild 13. 11. 07). Nach einer Umfrage des Kinderhilfswerks „World Vision“ unter 1.600 Kindern fühlen sich Kinder von Arbeitslosen von ihren Eltern besonders vernachlässigt. Sie sind häufig allein auf sich gestellt. Bei Kindern berufstätiger Eltern wird die Zeit „intensiver“ gemeinsam verbracht. Die Studie beweist: „Schlechte Startchancen wirken wie ein Teufelskreis“ (vk in Bild 25. 10. 07). Wichtig ist also auch, dass die wichtige Krankheits- und Abstiegsursache Arbeitslosigkeit – bei mindestens 1 Million offener Arbeitsplätze - bekämpft wird.
Viele Experimente zur Chancengleichheit des angeblichen Unten und Oben begannen bereits vor rund 30 Jahren mit Forderungen nach der Ganztagsschule, der integrierten oder additiven Gesamtschule, - das Raucherzimmer wurde wichtig, die „Lufthoheit über den Kinderbetten“, mehr Rechte für Eltern und Kinder, weniger Rechte für die Lehrer und weniger Disziplin – Ideen ohne Ende. Die Ruhe und Disziplin des Lernens wurden dabei langsam ausgeschaltet. Privilegierte Kinder, die noch zu Hause Ruhe und Hilfe hatten, waren dabei im Vorteil. Eben besonders die genannten Beamtenkinder – allen voran natürlich diejenigen der Lehrer/innen, die meistens wussten, welche Schwächen die von Politikern laufend gewünschten Schulexperimente hatten. – Alles mit dem Hauptergebnis, dass Universitäten und Schulabschlüsse im Süden der Republik, wie Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen, meistens besser als im Norden eingestuft wurden - und die Arbeitslosigkeit im Süden immer niedriger oder gleich Null war und ist. Dort wurde nicht laufend geändert, sondern mit mehr Disziplin gelernt.
Häufig wird dann von den Reformern auf das Vorbild der nordischen Länder Finnland, Schweden, Dänemark hingewiesen. Dort werden aber die Lern- oder Familiärschwachen außerhalb der Gesamtklasse extra gefördert. Die Nachmittagsbetreuung gilt vor allem ihnen. Ganz parallel wird auch den Begabten und Hochbegabten eine ihren Bedürfnissen entsprechende Förderung zuteil. Dies benötigt aber doppelt so viele Lehrer mit mehr Rechten, die mehr Disziplin ermöglichen - und vielleicht auch mit mehr Pflichten. Vor allem aber haben Kinder im ländlichen Finnland mehr Ruhe, das Handy darf schon gar nicht im Unterricht klingeln und alle Kinder kennen die Landessprache. Der Uno-Sonderberichterstatter Vernor Munoz nannte das deutsche Schulsystem auf dem 5. Weltlehrerkongress in Berlin am 23. 7. 07 selektiv, diskriminierend und undemokratisch (AP in HA 24. 7. 07). Er wusste aber die genauen Gründe nicht.
Einige dieser Gründe nannte dann im Februar 2008 der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, der Bild-Zeitung (S. Majorczcyk in Bild Hamburg 5. 2. 08): Beim Abitur ist die bei der Zeitverkürzung von 13 auf 12 Jahre gleich gebliebene Masse nicht in gleicher Zeit wie früher zu vermitteln. Fast 40 % der Lehrer lassen sich wegen der Überlastung und des Burn-out-Syndroms früher pensionieren. Diese Reform ist eine Endlos-Baustelle. Es gibt einfach kein Konzept. Außerdem sagte er: „Die Eltern wälzen immer mehr Aufgaben auf uns ab.“
Die Bildungs-Konzeptionslosigkeit beenden? (DE 3.7)
Als man Anfang August 2008 plötzlich merkte "Deutschland fehlen 20.000 Lehrer" (HA 7. 8. 08), schrieb darauf Herr Zorn: "Ich bin seit 1987 Mathematik-, Physik- und Informatiklehrer an Gymnasien und muss sagen, dass sich nicht nur die Arbeitsbedingungen permanent verschlechtert haben, sondern mich die schulpolitische Konzeptionslosigkeit unnötig belastet...." Und die über Schulthemen schriftstellernde Lehrerin Karin Brose schrieb: "Solange Parteien Ideologien umsetzen wollen, die sich dann mit jedem Regierungswechsel wieder ändern, lassen sich die Bildungsergebnisse in unserem Lande nicht verbessern. Solange nicht parteiübergreifend und sachorientiert am Thema Bildung gearbeitet wird, werden weiter Ressourcen verschwendet..." (HA 8. 8. 08).
Als in Hamburg eine grüne Schulsenatorin beim Regierungswechsel im Jahre 2009 schnell ihre neue Ideologie umsetzen wollte, begann ein unglaublicher Ansturm auf die Privatschulen. Die verzeichneten bis zu siebenmal mehr Bewerber als Plätze (HA 20. 1. 09).
Nur gemeinsame Anstrengungen in Moral und Nächstenliebe können – wie am Schluss des bewiesen werden soll – ein Abgleiten unserer Gesellschaft und des Einzelnen verhindern. Dies sehen immer mehr Eltern ähnlich. Nicht nach unten, sondern nach oben wollen sie ihre Kinder ziehen und bezahlen darum zusätzliches Geld für deren Schulbildung, weil die Schule ja auch die Kinder formt und damit "bildet". Der Drang zu Konfessionsschulen, und ähnliche Werte vermittelnde Schulen, wächst darum immer mehr: Das Schulgeld liegt (lt. FOCUS Nr. 17, 2007) monatlich zwischen 0 und 350 €.
Einige Schulen sollen hier genannt werden: www.katholisch.de , www.evangelische-schulen-in-deutschland.de , www.evangelische-internate.de , www.montessori-dachverband.de , www.rudolf-steiner.de , im heute schon internationalen Berlin wurde außerdem eine Schule mit Unterricht in Deutsch und Englisch gegründet: Schulgeld monatlich 220 – 670 €: www.berlin.phorms.de.
„Die da unten sieht man nicht“, meinte nicht nur Bert Brecht, sondern meinen wohl auch viele Politiker. Darum wollen sie alle Menschen nach oben bringen, vielleicht damit sie alle Brüder werden, und reden als letzte "Nach-oben-Idee" den Wähler-Eltern ein, es würde reichen, die Hauptschule abzuschaffen. Dabei wird ein Hauptergebnis aller Schulreformen unterschlagen: Die immer mehr abgebaute Disziplin innerhalb des Unterrichts.
Der frühere SPD-Wirtschaftsminister und Querdenker Wolfgang Clement versuchte im Jahre 2006 das richtige Ausbildungs- und Bildungsziel zu ergründen. Clement schrieb, dass die Mängel in unserem Bildungssystem nicht nur finanzieller Natur sind. Sie haben, wenn ihn nicht alles täuscht, viel tiefer gehende immaterielle Ursachen, die ihm bei diversen Ausbildungstouren durch Unternehmen vor Augen geführt wurden: Da war von den Schwächen der Schulabgänger in Deutsch und Rechnen, vor allem aber von mangelnder Disziplin und Verlässlichkeit die Rede.
Bei seiner Suche nach den Ursachen stieß Clement dann auf das Büchlein „Lob der Disziplin“ von Bernhard Bueb, einem früheren Leiter der Internatsschule Salem. In seiner Streitschrift verlangt Bueb „wieder Mut zur Erziehung.“ Die einen haben keine Zuwendung und Erziehung zur Disziplin und die anderen werden als Kinder des „ich alles“, ebenfalls nicht zur Disziplin erzogen. Wir müssen in der Erziehungsarbeit – und auch sonst – die Balance zwischen Freiheit und Verantwortung zurückgewinnen. Freiheit, Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenwürde und Wahrhaftigkeit fordern beide, Bueb und Clement, als Tugenden zurück.
Jeder wird im Leben geformt: Im Kindesalter beginnend, in Schule und Berufsausbildung fortgesetzt und im dann folgenden Abschnitt beendet. Dabei sind Schule und Berufsausbildung wichtige Voraussetzungen für das Ergebnis. Ohne Schul- und Ausbildungsabschluss ist eine Verbildung aus Ausbildungsmangel fast unausbleiblich.
Und gerade diese fehlende Ausbildung brachte und führt jährlich zigtausend Jugendliche in eine Zukunft ohne Zukunftsperspektive, ohne Sozialversicherungsabgaben und damit wiederum zu sinkenden Sozialleistungen oder höheren Sozialabgaben mit sich verringernden Arbeitsplätzen. Eine Schul- und Sozialpolitik, die durch hohe finanzielle Arbeitsplatzbelastung Arbeitsplatzabbau betreibt, verwehrt besonders diesem Personenkreis weitgehend die Möglichkeit von Ausbildung und Beruf.
Während die Schulabgänger ohne Schulabschluss kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, findet bislang auch nicht jeder Haupt- oder Gesamtschulabgänger eine Lehrstelle. Margaret Heckel bemängelte in ihrer Kolumne (WamS Nr. 1 /07) „Berlin intern“ in der politischen Diskussion zu wenig harte Zahlen und schreibt: „…Warum rechnet niemand aus, was ein Jugendlicher ohne Schulabschluss an lebenslangen Kosten verursacht, weil er keine oder nur sehr schlecht bezahlte Jobs findet und von Sozialleistungen abhängig sein wird? Nur ein Bruchteil dieser Summe wäre notwendig, um den gleichen Jugendlichen in den zwei, drei Jahren vor seinem Abschluss so zu betreuen, dass er ihn schafft – und sich hinterher selbst ernähren kann, statt dem Staat zur Last zu fallen.“ - Dazu gehören aber auch ein Abbau der Lehrstoffüberfrachtung und die Konzentration auf Lesen, Schreiben und Rechnen, wie es in vielen Ländern üblich ist. Die Schulart ist dabei völlig gleichgültig. Dann hätten auch Schüler mit Migrationshintergrund mehr Chancen auf einen Durchblick und einen Beruf, der Ihnen später ein Selbstwertgefühl und Zufriedenheit vermitteln kann.
„Die Diskrepanz zwischen dem Anspruch der Firmen und den Fähigkeiten der Bewerber ist teilweise eklatant“, sagte dazu die IHK-Hamburg Referentin Dagmar Groothuis 2007. So fehlt einem nicht geringen Prozentsatz von Hauptschulabgängern heute oft nach 9 oder 10 Jahren Schule das Schulwissen für eine solide Handwerksausbildung. Das sind vor allem der Dreisatz und die Prozentrechnung. - Beides versteht fast jeder in jeweils wenigen Stunden und nicht in vielen Jahren, deshalb müssen vielerlei Gründe für diese Schulergebnisse maßgebend sein.
Im Süden (Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen) Deutschlands wurden die Schüler mehr gefordert und damit auch gefördert. Das Ergebnis: Gerade Ausländerkinder hatten dort schon deshalb einen größeren Ausbildungserfolg, weil sie aus ihrer Heimat dominantere Eltern gewohnt sind. Reformen in Richtung Förderung durch Forderung führten auch in anderen Ländern zum Erfolg. Beispiel Hessen: Hessens Kultusministerin Wolff verbesserte in den letzten Jahren besonders die Hauptschule durch viele Reformen mit nachweisbarem Erfolg. 2006 schafften 91 % den Hauptschulabschluss und davon 71 % mit Englisch. Dies verblasste aber bei der Hessenwahl Anfang 2008 gegenüber der Reklame einer „anderen Schulpolitik“. Maßgebend ist für die Arbeitsplätze und den internationalen Erfolg eines Landes nicht die Schul-Abgangsbezeichnung, sondern das Können der Schulabgänger (J. Peter in WamS Nr. 37/07).
Ein Maßstab für das Können der Schüler, und damit auch der Schulpolitik, soll die PISA-Rangliste sein. Dabei belegte dann Sachsen in Deutschland (19. 11. 08 in HA) für 2006 Platz 1 (541 Punkte), Bayern Platz 2 (533), Thüringen Platz 3 (530), Baden-Württemberg Platz 4 (523), Sachsen-Anhalt Platz 5 (518), Rheinland-Pfalz Platz 6 (516), Mecklenburg-Vorpommern Platz 7 (515), Brandenburg Platz 8 (514), Saarland Platz 9 (512), Schleswig-Holstein Platz 10 (510), Berlin Platz 11, dann Niedersachsen 12, Nordrhein-Wesrfalen 13, Hamburg 14 und Bremen 15. Dabei wurde ergänzt, dass der Leistungsrückstand Bremens gegenüber Sachsen 2 (zwei) Jahre beträgt.
Professor Dr. Jürgen Baumert war einer der Initiatoren der Pisa-Studien. Im SPIEGEL-GESPRÄCH (Nr. 24. 2010) bemängelte er, ähnlich der Margaret Heckel 2007, als Hauptfehler der Schulpolitik, dass rund 20 % ohne Schulabschluss die Schule verlassen und später meistens das Sozialsystem und den Steuerzahler, bis hin zu den Gefängnissen, belasten. - Siehe dazu im Abschnitt "Deutsche Zukunft": Ohne Ausbildung zum sozialen Untergang. - Man sieht daran: Die Probleme verschlimmern sich durch die bisherigen oder noch geplanten Schulreformen eher. Innerhalb der letzten 4 Jahre verbesserte sich nichts - nur in den nicht oder kaum reformierenden Bundesländern verbesserten sich die Erfolgszahlen.
Wenn Deutschland in der zukünftigen Welt bestehen will, muss es nicht nur Migranten fördern, sondern nach dem Grundgesetz auch die Deutschen. Eine Lehrerin sagte dem Autoren, dass es beispielsweise in Hamburg in der Schule vorteilhafter sei, statt blonder Haare lieber schwarze zu haben.
Was gerade in den bundesdeutschen Nordländern mit niedrigem PISA-Wert, anders als in Sachsen, z. T. fehlt, ist zusätzlich die Förderung der Hochbegabten mit einem IQ von über 130. Sie bringen später vielleicht die Erfindungen, um eine schwierige Zukunft bewältigen zu können. Hochbegabung ist eine Gabe, die zum Nutzen aller genutzt werden sollte. Eine Hilfe findet man unter www.genius-hochbegabung.de - Hochbegabung kann zusätzliches Wissen für alle bringen.
Mitte 2008 erschien dann das Kritik- und Spaßbuch "Generation doof" zweier junger Buchautoren. Viele Zeitungen berichteten und freuten sich über die große Resonanz bei ihren Lesern. Die schrieben dann beispielsweise in Leserbriefen: ...Aus meiner Sicht tragen die Hauptschuld unsere Politiker, die unser Schulsystem aufgeweicht haben, ..., die Eltern, die sich mehr um sich und ihre Selbstverwirklichung gekümmert haben ... (L. W.) - Oder: ...In einigen Stadtteilen Hamburgs wechseln heute von 26 Viertklässlern 20 Schüler auf ein Gymnasium, vor 30 Jahren undenkbar...(S. R.). - Oder: Das ist der Erfolg unserer Spaßgesellschaft. So werden fast jeden Abend ...zwischen 20.15 und 21.30 Uhr kräftig die Verblödung und Infantilisierung unserer Gesellschaft - selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - gefördert. "Schule ist doof, Lehrer sind doof " - wie oft hört man das im Alltag (K. S.-S. alle in HA 22. 7. 08). Dies war vor einer erneuten Schulreform, die wieder viele neue Ideen und Proteste auslöste.
Bildung kommt von Formen (DE 3.8)
Bei allen Vorschlägen zur Geldausgabe - für das Gesundheitswesen, die Schul- und Hochschulausbildung oder die Forschung - muss jede fordernde Person oder ausführende Regierung zunächst eine Kosten-Nutzen-Analyse aufstellen. Der frühere SPD-Finanzministers Eichel trug der staunenden Öffentlichkeit mit den Worten: „Bildung statt Beton“ dazu eine Finanzierungsidee vor, einfach die Eigenheimzulage zu streichen. Sie war bis dahin, auf früheren Wunsch seiner SPD, die Wohneigentums-Anschubfinanzierung für ärmere Familien gewesen. Bei der 2005er SPD-Grünen-Regierung wurde der Vorschlag „Bildung statt Beton“ dann umgesetzt. Das Ergebnis wurde im Jahre 2007 mit über 50 % weniger Bauanträgen sichtbar und die Binnennachfrage ging stärker zurück als erwartet.
Wenn Wohnungsvermieter (nach Böll) viel Geld verdienen, müsste es lohnend sein, gerade ärmeren Familien Wohneigentum zu ermöglichen.
Ohne Baueigentum keine Innovation, Kultur und Freiheit. Die Bauhauskultur war Ausdruck und Form des Aufbruchs in unsere Zeit. Sie emigrierte nach Israel, als hier der nationale Sozialismus begann. Das Bauen gehört zu den bildenden, den formenden Künsten. Genau wie der Mensch gebildet ist, wenn er geformt wurde, denn:
Eine die Selbstfindung ermöglichende Ausbildung ist meistens auch Grundlage der Formung zum Gebildeten. Bildung kommt von Formen, wie die bildenden Künste.
und ist ein geistiger Vorgang.
Selbst die Einführung dieses Begriffs durch J. H. Pestallozzi und W. v. Humboldt in die pädagogische Fachsprache beschreibt Bildung im wissenschaftlichen Gebrauch als über Einsicht vollzogenes Lernen, eine durch Zucht und Übung bewirkte Formung des Verhaltens. Echtes Bildungswissen geht motivierend in die Lebensführung ein, und Halbbildung ist das Steckenbleiben in unverarbeitetem Wissen.
Und nach Vortrag des Philosophieprofessors Bieri (Freie Universität Berlin) ist Bildung etwas, was Menschen mit sich und für sich machen. „Eine Ausbildung durchlaufen wir mit dem Ziel, etwas zu können. Wenn wir uns dagegen bilden, arbeiten wir daran, etwas zu werden – wir streben danach, auf eine bestimmte Weise in der Welt zu sein“ (4. 11. 05 PH Bern).
Und weiter ist Bildung nach Bieri nicht die wohl von Eichel gemeinte Ausbildung, sondern man erlangt die Bildung in einem umfangreichen Selbstfindungsprozess - durch beispielsweise Weltorientierung, historisches Bewusstsein, poetische Erfahrung, Selbsterkenntnis, Selbstbestimmung und nicht zuletzt durch moralische Sensibilität, wozu auch die Herzensbildung zu rechnen ist.
Das heute in Deutschland oft als Bildung bezeichnete Wissen kann durchaus zu strafrechtlichen oder unmoralischen Verhaltensweisen genutzt werden. Wer aber andere betrügt, ist kaum als gebildet zu bezeichnen. Bildung schließt moralisches Denken und Handeln ein. Ethisches Verhalten (siehe www.ethisches-verhalten.de ) wird zukünftig eine wichtige Grundlage des Zusammenlebens sein. Dies gilt deshalb auch und besonders für die Wirtschaft, schon, um Finanzkrisen zu vermeiden (siehe www.nachhaltige-volkswirtschaft.de ).
Ein Abgeordneter, der aus wahltaktischen Gründen lügt - ein Anwalt, der aus Honorargier zur nächsten Instanz rät, obwohl er weiß, dass sein Mandant dort verlieren wird – ein Architekt, der sich vom Handwerker zwecks Auftragserteilung bestechen lässt – ein Arzt, der unerbrachte Leistungen abrechnet - oder ein ALG II-Empfänger, der jede Arbeit ablehnt, um schwarz arbeiten zu können (um hier mit A anzufangen) – alle sind sie Betrüger – alle nicht moralisch geformt – und deshalb ungebildet.
Die Worte „Bildung statt Beton“ des früheren Studienrates und Finanzministers Eichel grenzten den Bildungsbegriff und die Zukunft der damit nicht Gemeinten so ein, dass dabei auch sozial Schwächere erzeugt werden können. Wenn wir aber an die Überalterung der Gesellschaft und deren Bedarf an Kranken- und Altenpflegern denken - oder an die Klimaerwärmung mit deren Notwendigkeit zur Heizungs- und Hausisolierungserneuerung, dann wissen wir, dass praktische Berufe und Menschen für unsere Gesellschaft oft wichtiger sind als beispielsweise die vorher aufgezählten Betrüger oder nicht einsetzbare Hochschulabsolventen.
Nur 20 Prozent der Hochschulabsolventen machten sich nach dem Gründungsmonitor der KfW selbständig – aber über die Hälfte mit Lehr- oder Meisterabschluss. Jeder kann mit Arbeit nach oben kommen – und oben ist nicht immer das große Auto, sondern die Zufriedenheit im Leben und bei der Arbeit. Das neue Kniegelenk oder das Flugzeug-WC sind beispielsweise Ergebnisse der Feinwerktechnik, eines Handwerks. Das duale Ausbildungssystem und darin insbesondere das Handwerk, sind eine wichtige Grundlage unseres Wissens und unserer Kultur.
Auch praktische Arbeit kann bilden, wenn dabei die Umwelt so aufgenommen wird, dass dies den Menschen zu moralischem Denken und Handeln formt – bildet.
Moralische Werte sind also vor allem gefragt. Werte, wie sie auch in den 10 Geboten, in der tibetanischen Medizin und in vielen überlieferten Regeln zu finden sind. Dazu gehören auch der Zusammenhalt der Familie und die Ablehnung von Gewalt.
Es ist also überhaupt nicht nötig, dass jeder studiert – eher, dass diejenigen, die studieren, das richtige Fach, wie beispielsweise Ingenieur, wählen. Auch Ärzte und Lehrer werden bald immer knapper werden – und die innovativen, naturwissenschaftlichen Forscher mit völlig neuen Ideen sowieso. Das Jahr der Mathematik (z. B. 2008) sollte dies unterstreichen (www.jahr-der-mathematik ). Die Arbeit der benötigten Studienabgänger benötigt aber gleichzeitig die umsetzenden Meister und Gesellen des Handwerks für den Ingenieur - oder ausreichend Schwestern und Pfleger für den Arzt. Wer durch die mittelalterlichen Städte Europas geht, findet in den Fachwerkhäusern und Kathedralen wichtige Grundlagen unserer Kultur und des europäischen Wohlstandes. Grundlagen, die das Handwerk in langer Tradition, in Überlieferung des Könnens und meistens auch im Glauben an Gott und die Moral schuf.
Das duale Ausbildungssystem formte nicht nur durch das Handwerk die mittelalterlichen Städte, sondern ersetzt in weiten Bereichen auch eine kostenintensive Hochschulausbildung. Oft ist die deutsche duale Ausbildung besser als die Hochschulausbildung in vielen Ländern.
Bei dem bewährten deutschen dualen Ausbildungssystem gibt es nichts Unsozialeres, als durch die oft propagierten höheren Schulabschlüsse, die praktische Arbeit herabstufen. Dadurch denken vielleicht Kinder aus unterprivilegiertem Elternhaus, dass sie sowieso den Doktor nicht schaffen. Andere sind wiederum mit dem Studium überfordert. Die Ergebnisse sind erschreckend: Die Einen gehen oft gar nicht mehr in die Schule, vor allem dann nicht, wenn sie sehen, dass ihre Eltern durch ALG II oder Verbrechen gut Geld verdienen können, und die Anderen werden vielleicht zu Alkoholikern.
So stellte eine Forschungsgruppe der Unis Mannheim und Münster durch Befragung von 1130 Student/inn/en Erstaunliches fest: 44 % der Studenten und 19 % der Studentinnen gaben an, ihren Alkoholkonsum nicht steuern zu können. Gründe seien Prüfungsängste, Probleme mit Eltern oder Partnern sowie mangelnde Kontakte. Ein Viertel der Befragten litt unter psychischen Störungen, weibliche Personen dabei doppelt so viele wie männliche Personen (dpa in HA 24. 1. 08).
Was Bildung bedeutet, offenbart jedes Jahr in besonderem Maße der Sylvestergottesdienst in der Dresdner Frauenkirche: Hier bildeten die Menschen mit kunstvollem Bauen gleichzeitig sich selbst, indem sie zuvor den Spendenaufrufen zum Wiederaufbau folgten, indem die ostdeutschen Handwerker zeigen konnten, dass sie auch über den Sozialismus hinaus ihr Können retteten, um es als Wandmalerei und Baukunst zu zeigen – vor allem aber, weil sie zusammen einen Wert schafften, der moralische Werte symbolisiert und sie selbst, den gebildeten Menschen, darin einbezieht, sie durch Bauen bildet.
Heute wird Dresden wieder von Millionen Touristen jährlich besucht. Fast alle wollen in die Frauenkirche - und eine großer Teil nimmt dann auch am täglichen Abendgottesdienst mit zentraler Führung teil. Und, genau wie bei der Amtseinführung des US-Präsidenten Obama, beten dann alle zusammen das ihnen auf dem Andachtsablauf übergebene "Vaterunser".
Der Mittelteil des "Vaterunser" gibt uns grundlegende Orientierung zu moralischem Handeln und zeigt auch: Moralisches Handeln ist heute Grundlage des Christentums -
und zeigt weiter, dass dies auch Christen versäumen. - Wirtschaftskrise, Umweltverschmutzung, Kriege und Streitereien zeigen dies. Allerdings wurden und werden die Kriege nach der Reformation selten von Christen begonnen. Hitler, Stalin und Mao waren Atheisten. Die Sozialisten unter ihnen können und konnten, einschließlich Nordkorea, auch für das täglich Brot nicht sorgen. Dazu heißt es dann im Vaterunser:..Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen."
Bei genauem Hinsehen fällt beim Sylvestergottesdienst eins auf: Es fehlen Deutsch-Türken. Ihnen fehlt die Beziehung zur deutschen, europäischen und christlichern Kultur, und sie wurden und werden immer noch gering darin bestärkt, sich ihr zu nähern. Dies zieht dann wieder selbst gemachte Migrationsprobleme nach sich, ein Hauptthema des französisch-deutschen Gipfeltreffens im November 07. Wie zur Bestätigung des Problems eskalierte bereits zum Ende des Monats die Gewalt der sich ausgegrenzt fühlenden Migrantenjugend. In Städten wie Hamburg und Berlin wurden Jugend-Gangs ausländischer Herkunft mit rund 1.000 Mitgliedern sichtbar, die sich auch aufgrund fehlender Ausbildung ausgegrenzt fühlten.
Hier hilft vielleicht das vor rund 15 Jahren geführte Gespräch mit einem „früheren“ Deutschrussen weiter: Als seine Töchter meinten, sie sollten doch auch in das Wirtschaftswunderland Deutschland ziehen, sagte er unter einer Bedingung ja: „Es wird dann nur noch – auch in der Familie – Deutsch gesprochen.“ Die Familie akzeptierte, übersiedelte nach Deutschland, der frühere „Deutschrusse“ machte sich erfolgreich selbständig, die Töchter studierten, erfolgreich natürlich. Sie waren jetzt richtige Deutsche, während viele Russlanddeutsche weiter russisch und viele Türkischdeutsche weiter türkisch sprechen. In den USA werden frühere Ausländer glatt entlassen, wenn sie sich immer in ihrer Alt-Sprache unterhalten. Sie kommen deshalb auch geistig und sprachlich in den USA an, integrieren sich und werden echte US-Bürger, sie werden dort zu US-Bürgern geformt.
In Deutschland und Frankreich fehlte dies. In Deutschland fehlt, besonders wegen der NS-Vergangenheit, teilweise die zusätzliche Rückbesinnung auf positive deutsche Werte und deutsche Kultur. Dies ist zunächst Sache der Ausbildung und kann sich dann auch auf die Bildung auswirken.
Die Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, rief im Januar 2007 die Deutschen zu mehr Patriotismus auf. Auf der Jahrestagung der Evangelischen Akademie Tutzing sagte sie: „Nur derjenige, der sich des Wertes seiner Heimat bewusst ist, nur wer sein Land liebt, wird sich für dessen Existenz und Fortentwicklung engagieren.. – Wenn wir es schaffen, den Patriotismusbegriff neu und positiv zu besetzen, können wir den Nazis Raum entziehen“ (dpa in HA 25. 1. 07).
Die Hamburger Initiative Atlantik-Forum versucht mit Theater Projekten Schüler auf neue Art an Werte heranzuführen (www.atlantic-forum-hamburg.de ). Ein Bühnenplakat nannte dazu dann die Werte: Verantwortung, Solidarität, Verlässlichkeit, Beständigkeit, Respekt, Mut, Integrität, Vertrauen, Disziplin. Eigenschaften, von denen Clement schon einige als wichtig für die Erziehung entdeckt hatte. Menschenwürde und Wahrhaftigkeit fehlten aber bei dem Bühnenplakat. Beides sollte ganz oben stehen und wichtig sein – und beides steht bei der christlichen Religion ganz oben. Christliche Werte gehören zweifelsohne zu einer Bildung, einer Formung zum moralischen Menschen. Außerlich sichtbar gemacht durch die wieder erbaute Dresdner Frauenkirche, den Kölner Dom und die vielen anderen Kathedralen und Kirchen.
Parallel zu den Kathedralen ist auch die positive deutsche Geschichte und Baugeschichte, wie sie beispielsweise in vielen Schlössern in München und Potsdam sichtbar wird, zu nennen. Zu einer positiven Zukunft gehört der Rückblick auf positive Teile der Vergangenheit, um sich mit einem Land identifizieren zu können.
Im November 2007 wurde dazu als wichtige Ergänzung der Startschuss zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses an der Stelle des früheren Staatsratsgebäudes der DDR gegeben. Der vorhergehende Abriss zeigte gleichzeitig die Fehler angeblicher Wissenschaft auf: Die DDR verging, weil die Marx-Thesen falsch waren. Das frühere Staatsratsgebäude wurde deshalb nicht mehr benötigt. Es musste aber sowieso abgebrochen werden, weil die Sanierung der überall mit dem (früher wissenschaftlichen) gefährlichen Asbest verkleideten Tragkonstruktion teurer als der Abriss oder ein Umbau gewesen wäre. Von den rund 120 Millionen € Abrisskosten entfielen ungefähr 100 Millionen auf die Asbestbeseitigung. Wissenschaft kann also durchaus das Gegenteil von richtig bedeuten.
Wer nun als Multi-Kulti-Idee glaubt, dass heute, und in Zukunft immer mehr, beispielsweise der Islam durch Moscheen für die noch 5 % Islam-Gläubigen in Deutschland ruhig die Stadtbilder mit prägen sollte, der verabschiedet sich auch vom zuvor vorgetragenen Inhalt des friedlichen und gütigen christlichen Glaubens, setzt damit unsere Kultur und die Zukunft der Kinder aufs Spiel. Wohin dies führen kann wird unter www.nachhaltige-ökonomie.de, Wachstumsgrenzen veranschaulicht.
Ein Wirklichkeitsbeispiel dazu: Der türkische Ministerpräsident Erdogan hielt in Köln zu seiner Wiederwahl eine Wahlrede, weil rund 2/3 der türkischen 3 Millionen Mitbürger weiter Türken bleiben wollen. Als später der wegen Kriegsverbrechens im sudanesischen Darfur mit internationalem Haftbefehl gesuchte Staatspräsident al-Baschir, wegen internationaler Kritik, seine für den 15. 11. 09 geplante Türkeireise absagte, wies Erdogan Schuldvorwürfe gegen al-Baschir zurück. Erdogan erklärte dazu: "Ein Moslem kann keinen Völkermord begehen." (dpa in HA 10. 11. 09) - Damit wollte er möglicherweise Morde an Andersgläubigen (hier Christen) rechtfertigen.
Die EU-Beitrittsverhandlungen wollen und sollen hier ein Umdenken in der Türkei Richtung Rechtsstaatlichkeit nach unseren Maßstäben ermöglichen. Vielleicht gelingt es, auch zwecks besserer Integration der hier lebenden Türken, wahrscheinlich aber nicht, denn wie schrieb Chefredakteur Helmut Markwort (in FOCUS 41/2010): "...eines verlangen alle Imame von Ihren Gläubigen: das Bekenntnis zum Koran und die Anerkennung der Scharia." Und die Überschrift lautete: "So passt der Islam nicht zum Grundgesetz." - Dann passt er auch so nicht zu Deutschland.
Dazu berichtete Roland Preuß in der Süddeuschen Zeitung (5./6. 6. 10) von einer Studie renommierter Kriminologen über die Gewaltbereitschaft Jugendlicher unter der Überschrift: "Die Faust zum Gebet". Bei Christen waren die etwas religiösen zu 4,7 % und die sehr religiösen zu 4,3 % gewaltbereit. Bei den Muslimen waren die etwas religiösen zu 7,7 % und die sehr religiösen zu 10,2 % gewaltbereit.
Wenn die Grundlage der beschriebenen Bildung die Werte des Christentums sind. Werte, die den Menschen zum Miteinander in Nächstenliebe und Moral formen, dann müssen wir für diese Werte eintreten, um zukünftig überleben zu können.
Ein Beispiel dazu ist der Bundespräsidentenkandidat Joachim Gauck. Als evangelischer Pfarrer erinnerte er in seinen Predigten in der damaligen DDR immer wieder an die Freiheit des Geistes, einer wichtigen Grundlage der Reformation. Die Stasi saß dabei, aber er ließ sich nicht beirren. Der Geist solcher Moral und Verantwortung war eine Haupttriebfeder der friedlichen Revolution gegen die Unfreiheit des Sozialismus, die sich von der Leipziger Nikolaikirche und anderen evangelischen Kirchen ihren Weg bahnte.
Ein anderes Beispiel von der Freiheit des Christentums zeigte 2010 die Idee einer neuen muslimischen Ministerin in Niedersachsen, die christlichen Kreuze in den katholischen Gebieten des Landes aus den Schulen zu verbannen. Dies hatten schon die atheistischen Nazis ohne Erfolg versucht. Es gab damals fast einen Aufstand dagegen und damit auch gegen den Nationalsozialismus. Diesmal erhob sich der Widerstand gegen die Ministerin. Sie zog daraufhin ihre Idee zurück. Glaube und Bildung und der Untergang jeder atheistischen Vorherrschaft ohne moralische Werte führten zur deutschen Einheit, zu Einigkeit und Recht und Freiheit. Dies sollten wir erhalten. Auch gegen Angriffe des Islam gegen das Grundgesetz und das Christentum.
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